Mittwoch, 22. Mai 2013

Verfallsdatum beachten


Manche zeigt die letzte Mode, 
manche zeigt nur bunten Lack. 
Beides ist gar bald marode, 
drum rate ich als alter Sack:

So zeigt doch, dass ihr gar nicht dämlich
seid, sondern sogar ziemlich hell!
Gedankenschönheit hält sich nämlich,
nur Lack und Mode altern schnell.
 

© drago

Samstag, 18. Mai 2013

Inoperabel?


Wer mit Worten nicht geizt,
und uns andauernd reizt,
dem kann es passieren,
dass wir ihn sezieren.

Unsre Worte sind bei Bedarf
wie Skalpelle, - sehr scharf! -
und wir treten verbal
ihm ans Knie allemal.

Wie gesagt: - Nur mit Worten!
Doch bei Depp & Konsorten
hilft  Sarkasmus nichts mehr;

den kapieren sie nicht, 
denn sie sind nicht ganz dicht. 
Da müssten wohl "Hirndübel" her! 


© drago

Freitag, 10. Mai 2013

Was für ein Tag?!


Man sollte mal die Kinder fragen, 
was sie zu der Misere sagen. 

Was gestern zog an "Vätern" rum, 
war meistens junges Publikum, - 
stinkbesoffen bis zum Kragen. 
Da kann man doch nur eines sagen: 

"Wenn das jetzt 'unsre Väter' sind, 
 dann wünsche ich nur jedem Kind, 
dass es verschont bleibt vor dem Mann, 
weil eins man konstatieren kann: 

Wer braucht schon Säufer, Kippenfresser? - 
Da wär' 'allein erziehend' besser!"


© drago

Freitag, 5. April 2013

Morgenritual

Der Wecker klingelt - das heißt aufstehn,
ins Bad, dann Kaffee, aus dem Haus gehn.
Muss mich zwecks Broterwerb verbiegen.
Viel lieber bliebe ich noch liegen.

Beschlösse ich jetzt wild verwegen,
mich nicht zu regen für mehr Segen,
so nagte das Gewohnheitstier
höchst nervend am Gewissen mir -
jagt mich hinaus. Mit Widerwillen
muss ich wohl seinen Hunger stillen.

So wuchte ich mich mit viel Mühe
in des Morgens dunkelkühle Frühe,
denn wie ich's sehe, drehe, wende:
Für mich ist nun die Nacht zu Ende.


© M.G.


Montag, 1. April 2013

Sommerzeit

Verstohlen, zwischen Nacht und Morgen
wurde die Zeit zurecht gebogen.
Schlafend noch, hat man verborgen
mir eine Stunde abgezogen.

Und plötzlich ist es wieder Nacht,
wo gestern fast schon Sonne war.
Bin trotzdem viel zu früh erwacht,
mit müden Augen, wirrem Haar.

Ich schiebe mich durch dunklen Raum
und such die Stunde, die genommen.
Wähn' mich in einem schlechtem Traum;
wann werd' ich sie zurückbekommen?

© M.G.

Donnerstag, 28. März 2013

Auch das noch !

Nun weiß ja jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch, dass es sich bei RTL2 um einen ziemlich beknackten Auswuchs unserer, an Bescheuertem nicht gerade armen, Medienlandschaft handelt. Es mag ja sein, dass die Klientel des Senders die fragwürdigen Dinge, die dort gesendet werden, durchaus begeistert goutiert. Aber ich verstehe nicht, dass nun die klar denkende Welt auch noch damit belästigt wird. Nun kommt zu all dem bisherigen Schwachsinn also auch noch eine Sendung, in welcher Schmalspur-Politiker, aktuell ein Ehepaar, beide aktiv in der CDU, ein Kölner Bordell testen. So weit, so schlimm. Warum sollen in der CDU keine Vollpfosten sein? Das ganze wäre nicht weiter beachtenswert, wenn daraufhin in besagter Partei nicht eine bundesweite Empörungslawine in Gang geraten wäre. Und schon muss sich natürlich die Presse der Sache annehmen. Aber nicht etwa nur Bild und Express, sondern auch noch Blätter, die einen Ruf zu verlieren haben. Und so erregen sich Partei und Blätterwald darüber, dass ein CDU-Politzwerg mit nacktem Oberkörper zu sehen ist, und dass seine Frau, die ja ebenfalls politisch aktiv ist, ihre Brüste im Fernsehen zeigt. Da werden moralische Bedenken angemeldet. Es falle ein negatives Licht auf die christdemokratische Partei. Als ob sich diese Bande jemals um Moral auch nur im Ansatz gekümmert hätte. Diese Politgauner hofieren einen Altkanzler, der sich, bis heute übrigens ungestraft, über geltende Gesetze hinwegsetzte. In ihren Reihen ist ein amtierender Finanzminister, der immer dann, wenn es um illegale Parteispenden geht, plötzlich von akuter Amnesie heimgesucht wird. Das liesse sich beliebig lange so fortsetzen. Und diese Herrschaften regen sich über einen halbbekleideten Mann und ein paar blanke Titten auf. Kein Mensch - auch nicht die Presse - moniert aber, dass es sich bei der ganzen Sendung, von der Konzeption bis zur endgültigen Darreichungsform, um nichts, als völlig hoffnungslosen Schwachsinn handelt, der bestenfalles für den Konsum durch maximal debile Idioten, bescheuerte Asis und sonstige Vollhorste geeignet ist. Kein einziger Politiker wird zugeben, dass es sich dabei um einen weiteren (vermutlich sehr erfolgreichen) Versuch der gezielten Volksverdummung handelt. Und mit der öffentlich zur Schau gestellten Erregung will man die Welt glauben machen, dass sich diese Partei gegen solche Dinge stellt. Alle sollen glauben: Wir sind die Guten, wir tun was! So etwas ist an Scheinheiligkeit, Unverfrorenheit und Chuzpe nicht mehr zu überbieten. Nun, WIR wissen das, aber ich möchte nicht wissen, wieviele scheinbar kluge Köpfe auf dieses durchsichtige Manöver hereinfallen und mit den Wölfen heulen.

Gott sei Dank! Niemand ist gezwungen, RTL2 zu sehen. Und niemand muss diese schwarzen Politclowns wählen. Nur ich befürchte, dass sich dieser Schwachsinn quer durch die Parteienlandschaft zieht. Das könnte letztlich dazu führen, dass keiner mehr irgendeine der 'größeren' Parteien wählt. Und das begünstigt die Extremisten der Politlandschaft. Aber vielleicht ist ja auch das gewollt. Mit der Zeit dämmert es mir, was Heinrich Heine dazu brachte, zu dichten:
"Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht!" Mir geht es mittlerweile genauso.

Mittwoch, 27. März 2013

Das Destillat

Wie eine Flüssigkeit in einem Glas,
Betrachten wir die schwankende Welt.
Wohin wir sind, können wir nicht sagen,
Und wer wir sind, ist Vergangenheit.


Wir leben eingeschlossen und gefangen,
Kein Licht zeigt uns den Weg.
Und Wände aus Gläsern sind unser Gefängnis,
Die einzige Heimat, die wir kennen.


Doch die Welt setzt sich schwankend in Bewegung,
Wo unser Glaskörper so zerbrechlich wirkt.
Wandern wir umher,
Obwohl wir so gefangen sind.


Jeder sieht, was sich in dem Behältnis befindet,
Doch versteht weder ihren Sinn noch Zweck.
Warum es ist, warum es war,
Steht längst nicht mehr zur Debatte.


Es stand nie zur Frage, denn jeder blickt in dieses Gefäß,
Nein sie blicken nicht hinein, sie blicken nur hindurch.
Und ich, ja ich, der ich dort gefangen bin,
Verliere an Bedeutung und jeglichen Sinn.


Ihr kennt mich nicht, ihr kanntet mich nie,
Und ihr werdet mich vermutlich niemals kennen.
Nur das, was sich daraus destilliert,
Aus der Flüssigkeit in diesem Glas.


Eine schwankende Welt beginnt zu stehen,
Und ich fange an die Welt zu sehen, ich verlasse diesen Körper aus Glas.


Bis jeder Mensch sehen kann,
Wozu ihr mich gemacht habt.

Einem Destillat.