Samstag, 12. Januar 2013

Geflüstert ins Spülbecken


Wir hatten wilde Gedankengänge
beschrifteten Blatt
vor dem Mund
keine Lüge
in Jahreszeiten
und grauhaarige Schriften
ließen uns kalt
scherten sich einen Dreck
um uns
an der Stange zu halten
wo Avantgarde
schon barbusig tanzte
und jeder Literat bereit war
sein letztes Höschen anzubiedern
mit sprachlosem Satz
dem Kehlkopf empor zuschlagen
wo es nur ging
hinkte ein roter Stift
sich Reinheit zu entbehren
kein Seelenrap mehr
geflüstert
ins Spülbecken
kein brainstorm
gekritzelt auf Häuserfasade
nur diese Sprache
ins Nichts
und blieb dort
Bedeutung
zu überprüfendes
Wort


© Marco Kerler

Kommentare:

  1. Ein heftiger Text. Und nicht leicht zu lesen. So liebe ich das.

    AntwortenLöschen
  2. kein brainstorm
    gekritzelt auf Häuserfasade

    gewichtig.
    lässt mich leicht schaudern.

    AntwortenLöschen