Dienstag, 5. März 2013

Ohne Worte


Wer schweigt bei Schmerzen, wer vor Schreck,
vor Angst und seinem tiefen Leid, wer schweigt sich weg,
wer schweigt, weil Hunger kraftlos macht,
und schweigt vor Scham, weil alles lacht?

Wer schweigt, weil niemand mit ihm spricht,
und wer, weil sonst das Herz ihm bricht,
wer, weil ihm längst die Worte fehlen,
schweigt und möcht' schrei'n aus tausend Kehlen,
wer schweigt, trotz heißer Wut im Magen,
schweigt, trotz seiner vielen Klagen?

Doch auch viele Menschen schweigen,
wo ein Wort so wichtig wär'; -
sie sind hilflos, wortlos, fühllos,
das Schweigen hören sie nicht mehr.

Oft bringt uns die Welt zum schweigen,
weil sie uns nicht hören will!

Nur mancher will beim Plappern bleiben,
obschon man wünscht, er wäre still! 



© drago

1 Kommentar:

  1. schöne 'wendung' am ende.
    das ist aber wirklich zum selbsterkennen.

    AntwortenLöschen